Neue Managementmethoden setzen auf Zusammenarbeit

Die Tage, in denen wir den ganzen Tag am Schreibtisch gesessen haben, dürften gezählt sein. Immer mehr Unternehmen nehmen den Mitarbeitern ihr kleines Reich mit Stechpalme und Kinderbildern weg und organisieren ihre Zentralen neu. Gearbeitet wird, wo man gebraucht wird. Das kann im Meetingraum sein, beim Kunden oder auch mal in der Coffee-Lounge, wie heute die Kaffeeküche genannt wird.

Das Konzept dahinter macht aber durchaus Sinn: Es geht darum, auch äußerlich sicherzustellen, dass zusammen gearbeitet wird, und nicht Besitzstände verteidigt werden. Allerdings ist es nicht damit getan, nur Möbel zu rücken. Ohne eine Umstrukturierung wird man kaum einen Effekt haben.

Welche neuen Organisationsformen die besten sind, darüber streiten sich die Experten. Die einen setzen auf Holokratie, andere wiederum auf Kollaborationssoftware und Wikis. Was aber allen Konzepten gemein ist: Die Rolle des Managers ändert sich gewaltig. Er wird nicht mehr in seinem Glaskasten sitzen und Urlaubsanträge genehmigen, sondern in Zukunft Teil von Projekten sein. Die Zukunftsmacher im Anzug werden den Rahmen vorgeben, in dem sich Mitarbeiter so frei wie möglich bewegen dürfen. Sie sagen nicht mehr was gemacht werden muss, sondern fragen ihre Mitarbeiter, was gemacht werden soll.

Im Wesentlichen ist es Verantwortung, aber auch Macht, die Manager abgeben und neu verteilt werden muss. Die Last der Entscheidung wird in Zukunft auf mehreren Schultern liegen und es wird zunehmend wichtiger sein, dass eine Entscheidung von der Person getroffen wird, die am meisten Kompetenz hat. Und das ist selten der Boss, dem schon wegen seiner Position in der klassischen Hierrache das Fachwissen fehlt.

Wer nicht teamfähig ist und in der Lage, auch mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenzuarbeiten, wird in Zukunft Probleme haben. Das betrifft Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen, und nicht nur in großen Unternehmen. Auch Mittelständler sind längt global tätig, sei es über Märkte oder Zulieferer. Sie wissen manchmal sogar besser, wie man mit Chinesen verhandelt und wie man sich in Afrika verhält.